Bambus der unerschöpfliche Rohstoff
Bambus ist eine der am schnellsten wachsenden Pflanzen, wenn nicht gar die schnellste überhaupt. Bei ihrem Wachstum von bis zu 1 m täglich, erzeugt der Bambus eine unübertreffliche Menge an Biomasse und mehr Sauerstoff als jede andere Pflanze der Welt. In nur einem halben Jahr wächst der Bambus auf seine endliche Größe von bis zu 35 m und erreicht dabei Durchmesser von bis zu 40 cm. Dabei produziert er viermal mehr verwertbares Holz als z. B. die Eiche. Durch seinen enormen Anteil an Kieselsäure entwickelt der Bambus eine unglaubliche Stabilität und Härte. Nach einem halben Jahr Wachstum härtet der Bambus in den folgenden 4-7 Jahren zu seiner endgültigen Härte aus. Dabei erreicht er Härtegrade von bis zu 4,0 Brinell in seinen äußeren Schichten, was härter als die meisten gängigen Holzsorten ist.
Nach dieser Aushärtungsphase beginnt allerdings die Verrottung.
Oder aber:
Wir verwenden diesen wertvollen Rohstoff ohne dabei auch nur
den geringsten Schaden anzurichten!
Kein Baum wird gefällt - im
Gegenteil! Durch sorgfältige Pflege der Bambus-Haine, durch das
Entfernen der verholzten "Strohhalme", können sich die neu
nachwachsenden Halme prächtig entfalten.
Anstelle die Halme verrotten zu lassen und
dabei das gebundene Kohlendioxid wieder freizusetzen, können wir eine
Zeitlang den gebundenen Kohlenstoff für unseren Wohlstand nutzen.
Ganz nebenbei wirkt der Bambus, mit seinem weit verzweigten
Wurzelsystem, nicht nur der Bodenerosion enorm entgegen. Es ist auch
vielfach beobachtet worden, dass sich erstaunlicher Weise durch diese Pflanzen - trotz dem hohen eigenen
Bedarf an Wasser - der Grundwasser-Pegel im Umfeld der Bambushaine erheblich anhebt.
Bambus eignet sich als Ersatz für eine Vielzahl von Rohstoffen.
Verwenden wir Bambus anstelle von Holz, schonen wird die langsam
wachsende Ressource Wald und ermöglichen unseren
Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Enkeln womöglich einmal, dass sie wieder in
Wäldern mit 400 Jahre alten Eichen und Buchen spazieren gehen können, was vor 1000 Jahren noch ganz normal war.
Verwenden wir Bambus anstelle von Stahl, können wir zum Beispiel
Gerüste bauen, die mit Stahl nicht konstruierbar sind, da sie ihr
eigenes Gewicht nicht tragen können.
Verwenden wir Bambus anstelle von Beton, konservieren wir über die
Lebensdauer des Bauwerks das gebundene Kohlendioxid, anstatt es bei der
Produktion in die Luft zu blasen.
Die Beispiele sind unendlich, genauso wie die Vielzahl an Möglichkeiten
für die Verwendung. Nicht nur als Baumaterial für Häuser, Baugerüste
oder Brücken. Bambus kann hervorragend zu enorm strapazierfähigen
Leimplatten (Laminat) oder Leimblöcken gepresst werden, woraus alles
nur erdenkliche produziert werden kann. Mittlerweile gibt es Artikel,
von Computermäusen und Tastaturen, bis hin zu Klo-Brillen.
Bambusparkett ist inzwischen überall bekannt und sehr begehrt.
Vom exklusiven Designer bis hin zum Discounter führen mittlerweile alle
Händler auch Bambusartikel in ihrem Sortiment.
Ob in seiner natürlichen
Schönheit, als Gartenmöbel, Pavillon, Bambusbett, als Bambusbar
oder Baumhaus - oder aber versteckt hinter dicken Lackschichten in
Vasen, Schüsseln und anderen Haushaltsartikeln, wir können Bambus
überall finden. Und auch für die Verwendung als Lebensmittel, von der
Bambussprosse, die wir alle schon lange kennen, über Tee, bis hin zur Medizin, gibt
es hier zahlreiche Verwendung.
Bei all diesen Superlativen, ist es kein Wunder, dass mehr als 30 %
aller Menschen der Welt ihren Lebensunterhalt zu einem großen Teil mit
Bambus bestreiten. 20.000.000 t Bambus werden weltweit jährlich
geerntet, allein in Asien gibt es über 20.000.000 ha an Bambusflächen.
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